Global Coworking Survey: Coworking als Unternehmenstrend

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Auch Bosch setzt auf Coworking-Elemente, wie hier in der Platform 12 / Foto: Bosch

Jung, freischaffend, männlich und tech-affin – so oder ähnlich dürfte wohl das gängige Bild aussehen, das viele von den Besuchern von Coworking Spaces haben. Doch mit dem nach wie vor rasanten Wachstum der Coworking-Szene scheinen sich die klassischen Nutzungsmuster der ersten Tage zu verändern, wie jüngst veröffentlichten Zahlen der Global Coworking Survey zeigen.

Mehr als nur eine Zwischennutzung von Freiberuflern

So scheinen Coworking Spaces mehr und mehr zu einer echten Alternative für Unternehmen zu werden. Während in kleineren Spaces der Großteil der Nutzer nach wie vor freischaffend ist, nimmt der Anteil der durch Firmen in Anspruch genommenen Arbeitsplätze in größeren Coworking Spaces seit Jahren zu. Dort stellen Festangestellte bereits die Mehrheit. Einem unbestätigten Bericht zufolge lässt übrigens auch Tech-Riese Apple aktuell ein Team in einem Berliner Space arbeiten – und das trotz neuer Konzernzentrale.

Vor allem die Sales-, aber auch Marketing- und PR-Abteilungen von Firmen scheint es zunehmend ins Coworking Space zu ziehen. Diese Berufsgruppe konnte zuletzt die größten Zuwächse verzeichnen und zu den „typischen“ IT-Jobs aufschließen. Dazu passt, dass bereits Ende letzten Jahres Microsoft in den USA einen Großteil seines Sales-Teams ins Coworking Space ziehen ließ.

Doch damit nicht genug, gehen große Firmen bereits dazu über, eigene Angebote nach Vorbild der Coworking Spaces zu schaffen. Von diesem Corporate Coworking erhoffen sie sich einen Attraktivitätsschub unter kreativen Köpfen.

Frauen im Coworking Space

Kontinuierlich verändert hat sich auch das Geschlechterverhältnis im Coworking Space. Über die letzten Jahre hinweg ist der Anteil von Frauen stetig gewachsen, was nicht zuletzt mit der steigenden Anzahl coworkender Angestellter zu tun haben dürfte. Unter diesen stellen Frauen die Mehrheit dar.

Bezüglich der Chancengleichheit scheint es im Space jedoch nicht anders auszusehen als außerhalb: Unter den Arbeitgebern, also Selbstständigen mit Angestellten, die Coworking Spaces nutzen, beträgt der Anteil von Frauen nur 24 Prozent. Und auch hinsichtlich der Vereinbarkeit von Job und Familie zeigt sich kein Gegentrend zum allgemeinen Arbeitsleben: Eine Hochzeit oder die Geburt eines Kindes verringern den Anteil von Frauen in Coworking Spaces besonders in der Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen signifikant.

Business Traveller und Digitalnomaden

Ein Klischee bestätigen die Zahlen der aktuellen Coworking Survey immerhin: Nutzer von Coworking Spaces sind äußerst mobil und viel unterwegs. So verbringen die Befragten jährlich im Schnitt etwa zweieinhalb Wochen mit Dienstreisen im Ausland. Betrachtet man nur diejenigen, die auch tatsächlich Dienstreisen unternehmen, steigt der Wert sogar auf sieben Wochen. Nach dem eigenen Selbstverständnis gefragt, betrachtet sich etwa die Hälfte dieser Vielreisenden gar als digitale Nomaden. Über alle Befragten hinweg würde das immer noch gut jeder Achte von sich sagen.

Die genauen Zahlen der Coworking Survey 2017 und viele weitere Fakten zum Status quo des Coworkings findet ihr bei den Kollegen von Deskmag. Und falls ihr Lust bekommen habt, Coworking Spaces selbst mal auszuprobieren: Wir haben unsere Coworking Map für Deutschland aktualisiert.

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