Blick in die Zukunft: Wie sieht der Arbeitsplatz von morgen aus?

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Zufriedene Mitarbeiter: nicht zuletzt eine Frage des passenden Arbeitsplatzes. (rawpixels.com/Pexels)

Die Digitalisierung hat längst in bestehende Prozesse und Abläufe eingegriffen. Allein in den letzten zehn Jahren hat sich das Handy zum Smartphone weiterentwickelt, die künstliche Intelligenz ist nicht mehr nur noch eine unrealistische Filmvision und ganze Unternehmen und Branchen wurden umgeformt. Grund genug, um zu erforschen, wie der Arbeitsplatz der Zukunft aussieht. Welche technologischen Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit sich Mitarbeiter wohlfühlen, und wie kann sich ein Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft positionieren? Diesen Fragen und mehr widmet sich die Studie der IDG „Arbeitsplatz der Zukunft“. Anhand von über 1.500 geführten Interviews mit Angestellten und Entscheidern gibt die Studie Aufschluss über technologische, kulturelle und organisatorische Anforderungen für Unternehmen.

Eines vorweg: Den einen Arbeitsplatz der Zukunft gibt es nicht. Vielmehr handelt es sich dabei um verschiedene Arbeitsmodelle und technologische Veränderungen, die Mitarbeiter und Unternehmen unterschiedlich bewerten.

Die Unternehmensperspektive

Unternehmen sehen in der Bereitstellung eines zukunftsfähigen Arbeitsplatzes ihre momentan wichtigste Herausforderung. Allerdings begleitet nur jedes dritte Unternehmen den Wandel kommunikativ. So involvieren etwa 36 Prozent der Unternehmen ihre Belegschaft in die Modernisierung des Arbeitsplatzes aktiv durch eine Befragung. Etwa 30 Prozent informieren ihre Mitarbeiter fortlaufend über den Prozess und 24 Prozent setzen auf Selbstorganisation von Teams und Arbeitsgruppen. Dies zeigt, dass Mitarbeiter noch mehr in den Prozess der Digitalisierung innerhalb eines Unternehmens integriert werden könnten und sollten.

Für Unternehmen zählen in erster Linie Mobilität und Technologie zum Themenkomplex „Arbeitsplatz der Zukunft“. Die Telefonkonferenz ist bei Collaboration-Tools nach wie vor am beliebtesten und wird bei 56 Prozent der Unternehmen bereits regelmäßig verwendet. Großen Bedarf gibt es allerdings noch bei dem Punkt „Self Help“, also der  Problemlösung ohne offiziellen Support. Des Weiteren sehen etwa 30 Prozent der Unternehmen noch Ausbaumöglichkeiten beim „Collaborative Reviewing“, dem gemeinsamen oder auch zeitgleichen Arbeiten an Business-Dokumenten.

36 Prozent der Unternehmen geben an, eine dedizierte unternehmensweite Strategie zum Arbeitsplatz der Zukunft entwickelt zu haben. Bei 27 Prozent erfolgt die Umsetzung neuer Arbeitsplatz- und Mobilitätskonzepte abteilungsweise strategisch. Das Ziel eines zukunftsfähigen Arbeitsplatzes liegt für Unternehmen primär bei der Erhöhung von Flexibilität und Agilität (41,2 Prozent), Steigerung der Produktivität (39,6 Prozent) sowie der Mitarbeiterzufriedenheit (39 Prozent).

Die Mitarbeiterperspektive

Für Angestellte stellt sich vor allem die Frage, wo sie in Zukunft arbeiten werden. 79 Prozent der befragten Arbeitnehmer hält ein Überdenken von Arbeitszeitmodellen für notwendig und wünscht sich Home- bzw. Remote-Arbeit. Eng daran geknüpft ist die verstärkte Nutzung technischer Möglichkeiten, um die reibungslose Verbindung und Zusammenarbeit mit Kollegen und Vorgesetzten zu gewährleisten. Mit gut 37 Prozent ist das Online-Projektmanagement auf Platz Eins der Collaboration-Tools, die Angestellte für ihren Arbeitsalltag nützlich finden.

Bei der Frage, inwiefern sich Mitarbeiter in die Modernisierung ihres Arbeitsplatzes involviert fühlen, gaben etwa 37 Prozent an, zwar fortlaufend Informationen zu erhalten, dadurch aber vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Nur gut 27 Prozent haben das Gefühl, zu dem Thema aktiv befragt zu werden. Als sehr interessant erweist sich auch eine Momentaufnahme aus Sicht der Mitarbeiter zu ihrem aktuellen Arbeitsplatz. So halten 80 Prozent ihren Arbeitsplatz für nur bedingt zukunftstauglich und sind mit der technischen Ausstattung unzufrieden. Zwei Drittel aller Arbeitnehmer wünschen sich flexible Arbeitszeitmodelle, um eine angemessene Work-Life-Balance zu garantieren. Die Möglichkeit, in Ruhe von zu Hause seiner Arbeit nachzukommen, stellt sich als ein besonders erstrebenswertes Arbeitsmodell dar. So wünschen sich 60 Prozent der Frauen im Home Office zu arbeiten und fast 50 Prozent der Männer. Letztere wünschen sich vor allem einen standortunabhängigen Zugriff auf relevante Dateien.

Herausforderungen und Risiken

Natürlich birgt ein Change-Management zum Arbeitsplatz der Zukunft auch einige Risiken und Herausforderungen für Unternehmen und Mitarbeiter. Sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter befürchten, zu sehr von IT und Internetverbindung abhängig zu werden. Zudem haben Mitarbeiter die Sorge durch neue Technologien jederzeit verfügbar sein zu müssen (58 Prozent) und überwacht zu werden (53 Prozent). Für Unternehmen liegen diese Punkte jedoch nur bei 38 beziehungsweise 33 Prozent. Auf dem Weg zum Arbeitsplatz der Zukunft ergeben sich vor allem für die IT Herausforderungen. Unternehmen bewerten mit 31 Prozent „Umgebungsintelligente Systeme“ als IT-Schlüsselmerkmal eines modernen Arbeitsplatzes, um die Mobilität ihrer Belegschaft zu unterstützen. Um das Konzept eines zukunftsorientierten Arbeitsplatzes erfüllen zu können, müssen für etwa 40 Prozent der Unternehmen vor allem alle Kommunikationskanäle vernetzt und synchronisiert werden. 80 Prozent wollen in den kommenden zwölf Monaten in die Infrastruktur investieren, um flexible Arbeitsmodelle zu ermöglichen.

Um ein effizientes Arbeitsumfeld zu schaffen, werden spezifische Büroräume für unterschiedliche Aufgaben in Betracht gezogen oder sind schon umgesetzt. Für 46 Prozent der Unternehmen gehören Meetingräume für Teamarbeiten zum elementaren Raumkonzept für zukunftsorientierte Arbeitsplätze. Auch Rückzugsräume sind mit 37 Prozent weit vorne bei angedachten Raumkonzepten. Mitarbeiter bewerten diesen Punkt nur zu rund 29 Prozent als relevant. Sie erhoffen sich von neuen Arbeitsplatzkonzepten vor allem, zeitlich ungebundener und ortsunabhängiger arbeiten zu können.

Die Zukunft des Arbeitsplatzes stellt sich also als komplexes, vielschichtiges Modell dar, bei dem es nicht den einen Konsens gibt. Die Studie zeigt jedoch keinesfalls abgeschlossene Ergebnisse. Vielmehr gibt sie einen Überblick über momentane und kommende Anforderungen und Wünsche von Unternehmen und Mitarbeitern. Deshalb bleibt es mit Spannung abzuwarten, was die Zukunft tatsächlich bringt.

Einen ausführlichen Einblick in die Studie gibt es hier.

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