Digitale Transformation: Führungskräfte in der Verantwortung

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Digitale Transformation: Führungskräfte in der Verantwortung
Bei Arbeitnehmern hoch im Kurs: ungestörtes Arbeiten - Foto: startupstockphotos

Zufriedene Mitarbeiter und gesteigerte Produktivität? Die neue Studie von Oxford Economics zeigt, worauf Führungskräfte achten sollten, um die Arbeitsatmosphäre in Unternehmen nachhaltig zu verbessern.

Die klassischen Strukturen, Prozesse und Denkweisen von Unternehmen, wie sie noch vor wenigen Jahren gängig waren und teilweise immer noch gelebt werden, sind längst veraltet. Denn Megatrends wie die Digitalisierung haben nicht nur Einzug in unser alltägliches Leben gehalten, sondern auch für einen Umschwung in der Arbeitswelt gesorgt. Die digitale Transformation gibt jedoch nicht nur Anlass für Begeisterung. Für viele stellt sie zwar eine Erleichterung der Arbeitsprozesse dar, wie jede Veränderung bringt aber auch die digitale Transformation Herausforderungen und negative Nebeneffekte mit sich. Seien es Großraumbüros, die Integration von Technik oder die ständige Erreichbarkeit – die Folgen, die der Wandel der Arbeitswelt mit sich führt, wirken sich in unterschiedlicher Art und Weise auf Mitarbeiter aus.

Arbeitszufriedenheit: Was Arbeitnehmern wichtig ist

Die Oxford Economics Studie befasst sich mit den verschiedenen Faktoren der Veränderung und beleuchtet Probleme sowie Lösungsansätze, um Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiter nachhaltig zu steigern. Hierzu wurden weltweit über 1.200 Führungskräfte und Angestellte aus verschiedenen Industrie- und Funktionsbereichen befragt. Die Teilnehmer kommen aus den USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Indien, China, Australien, Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen. Die Studie umfasst zudem tiefergehende Interviews mit Führungskräften, die sich aktiv mit den Herausforderungen moderner Arbeitsumgebungen an die Zusammenarbeit und Produktivität, wie sie speziell in offenen Büroumgebungen auftreten, beschäftigen.

Wir haben die wichtigsten Ergebnisse der Studie für euch zusammengefasst:

  • Angestellte wollen einfach (ungestört) arbeiten. Die Möglichkeit, fokussiert und ohne Unterbrechungen zu arbeiten, hat für 29 Prozent der weltweit befragten Mitarbeiter Top-Priorität, wenn es um die Gestaltung der Büroumgebung geht. Hierzulande urteilten sogar 38 Prozent der Angestellten so. Andere Vorzüge, wie beispielsweise kostenloses Essen, sind den Studienteilnehmern wesentlich unwichtiger (priorisiert von keinem der Befragten weltweit).
  • Die Integration von Technik ist ein fortlaufender Prozess. Von Angestellten wird oft erwartet, dass sie rund um die Uhr mit ihrem Arbeitsplatz in Verbindung stehen. Allerdings bestätigten nur 40 Prozent der Befragten, dass sich die Geräte, die sie zu Hause oder unterwegs verwenden, problemlos mit den Lösungen im Büro integrieren lassen. Bei den deutschen Befragten gaben dies sogar nur 28 Prozent an.
  • Ständige Erreichbarkeit erzeugt zwanghaftes Verhalten – und kann bis zum Burnout führen. Mehr als ein Drittel der befragten Angestellten weltweit sowie in Deutschland begründete die häufige Nutzung der technischen Geräte vor allem mit Gewohnheit, Zwang, der Angst etwas zu verpassen oder gar sozialem Druck.
  • Die Führungsebene erkennt vorhandene Probleme nicht. Beinahe zwei Drittel der Führungskräfte gaben an, dass ihre Angestellten über alle technischen Tools verfügen, um Ablenkungen und Störungen während der Arbeit zu reduzieren (Deutschland: 64 Prozent der Führungskräfte). Dem stimmten weniger als die Hälfte der befragten Mitarbeiter zu (Deutschland: 24 Prozent der Angestellten).

Das A und O: miteinander reden

Um Mitarbeiter in der Praxis dabei zu unterstützen, im Arbeitsalltag produktiver zu sein, bietet der Report zur Studie Empfehlungen für Führungskräfte, um gemeinsam an Lösungsansätzen zu feilen. Ein Tipp, der durch seine Einfachheit besticht, lautet: offen miteinander sprechen. So können sich Arbeitgeber und Mitarbeiter auf Mittel und Wege einigen, um die Arbeitsumgebung und Anforderungen an die Bedürfnisse der Betroffenen anzupassen. Außerdem bieten Arbeitsmodelle wie Home Office oder Teilzeitarbeit viel Spielraum für individuelle Regelungen.

Denn gerade Umgebungsgeräusche und Ablenkungen beeinflussten die Produktivität maßgeblich, so Edward Cone, Deputy Director of Thought Leadership und Technology Practice Lead bei Oxford Economics: „Das sind Probleme, mit denen sich Unternehmen auseinandersetzen sollten. Dafür müssen sie diese jedoch zunächst erkennen.“

Ohne geht’s nicht: die richtige Technologie – und Rückzugsmöglichkeiten

Ein weiterer Schritt in Richtung Zufriedenheit bezieht sich auf die Ausstattung der Mitarbeiter mit den nötigen technischen Tools und Geräten. Denn um auch von unterwegs produktiv zu sein, muss eine entsprechende Ausrüstung zur Verfügung stehen. Auch die nötigen Ruhezeiten und Rückzugsmöglichkeiten sollten gewährleistet werden, um dauerhaft konzentriert und fokussiert zu arbeiten. Vor allem nach der Arbeit sollte man sich ohne schlechtes Gewissen zurückziehen können und Handy, Computer und Co. einfach abschalten, um zu einer guten Work-Life-Balance zu finden.

Zufriedene, ausgelastete Mitarbeiter sind nachweislich produktiver und bringen höhere Leistungen, die wiederum den Erfolg des Unternehmens positiv beeinflussen. Die Investitionen und Bemühungen in eine durchdachte Bürogestaltung, die Integration von Technik und eine gute Work-Life-Balance der Mitarbeiter sind also durchaus lohnenswert und führen zu einer echten Win-Win-Situation.

Digitale Transformation: Führungskräfte in der Verantwortung - Grafik: Oxford Economics/Plantronics
Grafik: Oxford Economics / Plantronics

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