Welchen Einfluss hat Musik auf die Produktivität?

3
CC BY photosteve101
CC BY photosteve101

Ohne Musik wäre das Leben bekanntermaßen ein Irrtum. Ob beim Sport, in der U-Bahn oder immer häufiger auch im Büro: Tragbare MP3-Player und Smartphones machen Musik zum alltäglichen Begleiter. Doch welchen Effekt hat Musik auf die Arbeitsleistung?

Music was my first love…

Die meisten von uns kennen die Wirkung von Musik aus erster Hand. Sie kann die Stimmung heben, beruhigen oder uns einfach nur unterhalten. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Musik hören den IQ erhöht. Studenten, die kurz vor einem IQ-Test Musik von Mozart hörten, schnitten einer Untersuchung zufolge spürbar besser ab, als vergleichbare Teilnehmer ohne den „Klassik-Kick“. Andere Studien wiederum belegen eine Steigerung der physischen Leistung durch Musik.

Musik und Produktivität

Jüngere Analysen lassen den Schluss zu, dass es einen positiven Effekt von Musik hören auf „work performance“ gibt. Das scheint verständlicherweise insbesondere dann der Fall zu sein, wenn Mitarbeiter ihre Musik auswählen können. Hintergrund: Eine Studie mit 250 Büro-Arbeitern kam zu dem Ergebnis, dass Büroarbeiter, die am Schreibtisch Musik ihrer Wahl hören durften, besser gestimmt waren und geringere Stresslevels auswiesen als die Vergleichsgruppe ohne Musik. In der Folge war die Produktivität der ersten Gruppe höher als die der letzteren.

Übrigens: Offenbar spielt hierbei auch die Tonart eine Rolle. Wie eine andere Untersuchung zeigt, macht vor allem Musik in Dur-Tonarten Probanden produktiver. Musik in Moll-Tonarten scheint diesen Effekt nicht zu haben.

Gute Nachrichten für Kreative: Endlich wurde auch wissenschaftlich nachgewiesen, was den meisten Kreative bereits bewusst war. Musik hören hat einen positiven Effekt auf die Kreativität. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie , die kürzlich im Journal of Consumer Research veröffentlicht wurde.

Musik und Teamarbeit

Da Teamarbeit immer wichtiger wird, stellt sich die Frage, ob Musik auch das Miteinander in Arbeitsgruppen verbessern kann. Aktuelle Untersuchungen zeigen einen Zusammenhang zwischen gemeinsamem Musik hören und engeren sozialen Bindungen in Teams. Sie fördert den Austausch mit Kollegen und stärkt das Wir-Gefühl. Das wirkt sich positiv auf das Betriebsklima aus. In der Folge erhöht sich die Produktivität jedes einzelnen Mitarbeiters.

Allerdings ist gemeinsames Musik hören z.B. im Büro ein zweischneidiges Schwert: Schließlich gefällt nicht jedem der Musikgeschmack des Kollegen. Daher Vorsicht bei „Zwangsberieselung“ im Office.

Playlist für einen produktiven Tag

Die produktivitätssteigernde Wirkung von Musik hat ein junges Start-Ups namens Focus@Will zum Geschäftsmodell gemacht. Das Gründer-Team analysiert gemeinsam mit Wissenschaftlern der amerikanischen UCLA, wie Musik die Arbeits-Motiviation beeinflusst und welche Arten von Songs, Playlisten und Genres am besten die Produktivität fördern. Mit Unterstützung der Wissenschaftler werden so produktivitätssteigernde 100-minütige Playlisten „gebaut“. Eine schöne Idee. Hat jemand den Dienst ausprobiert und kann darüber berichten?

 

3 KOMMENTARE

  1. […] Welche Wirkung übt Musik tatsächlich auf uns aus? Es ist egal, welche Art von Musik man hört – ob es nun epische Musik ist, ein Song aus den Charts oder ein Musikstück aus einer Operette ist – jedes Musikstück übt Einfluss auf unsere Stimmung und unser Gehirn aus. Mit dem Musikhören wird der Teil des Gehirns Nucleus Accumbens aktiviert, in diesem das Glückshormon Dopamin auslöst wird. Im mesolimbischen System, in der Area tegmentalis ventralis, trägt es dazu bei, das „Belohnungssystem“ unseres Gehirns in Gang zu setzen, um sozusagen mehr Motivation für etwas zu entwickeln. […]

Comments are closed.