Generation Y und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt

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Foto: pixabay.com/DariuszSankowski

Es wird viel über die Veränderungen am Arbeitsmarkt geredet und geschrieben: Wie verändern sich Arbeitsplätze und ganze Branchen durch die Digitalisierung und den Wandel zur Industrie 4.0? Darüber findet man, ohne lang zu suchen, viele Studien, Interviews und Gastbeiträge von Forschern, Wissenschaftlern und Philosophen.

Doch wie sehen die künftigen Arbeitnehmer, also die Studenten von heute, diese Entwicklungen und wie schätzen Sie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft ein?

Die Campusjäger befragen regelmäßig Studenten verschiedener Studienfächer von unterschiedlichen Hochschulen zu den Themen Arbeit, Karriere und Studium. Beim aktuellen sog. Puls-Check lag der Fokus auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft und wie die Studenten ihre Chancen im Angesicht von digitalem Wandel und Industrie 4.0 einschätzen, welche Veränderungen sie erwarten und ob sie diese als Chance oder Risiko ansehen.

Der Check, durchgeführt mit 1.000 Studenten verschiedener Fächer und Hochschulen, ergab, dass 79% sich “gute Chancen auf dem künftigen Arbeitsmarkt” ausrechnen. Nur 8% sehen ihre Chancen als schlecht an. Erstaunlich ist, dass mehr als ein Drittel der Befragten (35%) mit den Begriffen Industrie 4.0 und digitaler Wandel nichts anfangen kann. Da die Generation Y in einer digitalisierten Welt sozialisiert wurde, sollte man meinen, dass eigentlich sie diejenigen sind, die diese Begriffe ihren Eltern erläutern müssen.

Abb.1: Infografik aus Campusjäger-Studie Puls-Check III

Auf die Frage, wie sich der Arbeitsmarkt verändern wird, gaben die Studenten verschiedene Antworten. 22% erwarten eine Veränderung des Arbeitsumfelds. Diese Entwicklung ist ja nun auch keine Zukunftsmusik, sondern schon heute zu beobachten: Eine steigende Zahl von Coworking Spaces bevölkert die deutschen Großstädte; Digitalnomaden, die von dort arbeiten, wo sie gerade sind – sei es Bali oder Braunschweig – oder das Zunehmen von Home Office Tagen bei normalen Arbeitnehmern. Diese Entwicklungen werden weiter fortschreiten, so dass der reguläre 9-5 Büro-Arbeitsplatz bald ein Relikt der Vergangenheit sein dürfte.

Außerdem erwarten 16% der Befragten Vereinfachungen von Arbeitsabläufen. Hier wird die fortschreitende Digitalisierung ihren Beitrag leisten. Außerdem gaben die Studenten an, dass die Globalisierung und die zunehmend gläserne Gesellschaft für Veränderungen im Arbeitsumfeld sorgen werden.

Befragt, ob sie diese Veränderungen als Chance oder Risiko sehen, beantworten 65% mit “Chance” und 35% mit “Risiko”. Die nachwachsende Generation von Arbeitnehmern steht diesen Veränderungen also durchaus positiv gegenüber, sieht aber auch die Gefahren und Risiken, die die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt mit sich bringt.

Weiter wollten die Campusjäger von den Studenten wissen, welche Skills auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft gefragt sein werden. An erster Stelle standen hier mit 20% Kenntnisse in Technik und Informatik, gefolgt von Flexibilität (18%), Leistungsbereitschaft (16%), sozialer Kompetenz und Teamfähigkeit (14%), Bildung (12%) und zuletzt logischem Denken (11%) und Kreativität (10%).

Dass Kreativität nur von einer Minderheit als wichtig empfunden wird, widerspricht den Ansichten einiger Forscher, die Kreativität sogar als Schlüsselfaktor am zukünftigen Arbeitsmarkt sehen.

Abschließend wollte Campusjäger wissen, wie sich die Befragten auf die bevorstehenden Veränderungen vorbereiten. 43% gaben an, sich innerhalb ihres Kompetenzbereichs weiterbilden zu wollen. Die Mehrheit scheint sich also sicher zu sein, dass ihr Können auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft gefragt sein wird. Knapp ein Viertel der Studenten (24%) gab an, sich erst mal umfassend informieren zu wollen, während weitere 23% sich auf einen bestimmten Aspekt ihres Studiums fokussieren wollen. 6% der Befragten empfinden die bevorstehenden Veränderungen als drastisch genug, um in Erwägung zu ziehen, das Fach bzw. die Branche zu wechseln.

Campusjäger erhob auch Alter, Geschlecht und Studienfach der Studenten, um zu sehen, ob es eine Korrelation zwischen diesen Daten und dem Einschätzen der eigenen Situation gibt.

Die Faktoren Alter und Geschlecht spielen demnach keine Rolle bei der Einschätzung der Chancen und zukünftigen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt. Lediglich das Studienfach hat einen Einfluss auf die Beantwortung der Fragen. So sind sich Techniker, Ingenieure und Informatiker zu über 90% sicher, gute Chancen zu haben – während 30% der Geisteswissenschaftler ihre Chancen am Markt als schlecht bewerten.

Insgesamt zeigt die Studie aber, dass die Arbeitnehmer von morgen ihre Chancen für die zukünftige Arbeitswelt als gut einschätzen oder zumindest Maßnahmen ergreifen, um diese zu verbessern.

Wie wird sich die Lage am Arbeitsmarkt eurer Meinung nach zukünftig entwickeln? Wir freuen uns über eure Anregungen im Kommentarfeld!

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