Creativity Works: Arbeit neu denken auf der ORGATEC 2016

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Unter dem Motto Creativity Works lockte die ORGATEC Ende Oktober wieder mehr als 56.000 Besucher nach Köln. Bekannt als internationale Leitmesse für moderne Arbeitswelten, überraschte die Messe uns mit spannenden Innovationen und Trends und sorgte für viel Inspiration in Sachen neue Arbeitswelten. Einen Schwerpunkt bildete dabei die Frage nach der Zukunft des Arbeitsplatzes an sich. Wie kann dieser so gestaltet werden, dass er ein möglichst inspirierendes, produktives und befriedigendes Arbeiten fördert? Und wo wird sich dieser Arbeitsplatz in Zukunft überhaupt befinden?

RE/WORK- Moments of Inspiration by Ippolito Fleitz Group

Einen besonderen Akzent in diesem Themenkomplex setzte die Sonderausstellung RE/WORK- Moments of Inspiration by Ippolito Fleitz Group mit ihrem inspirierenden Kommunikationskonzept. Die Innenarchitekten stellten sich die Frage, ob das Büro im 21. Jahrhundert überhaupt noch sinnvoll ist, und antworteten darauf mit einem nachdrücklichen „Ja“. Wenn es nach Tilla Goldberg, Director Product Design der Ippolito Fleitz Group, geht, ist und bleibt das Büro ein wertvoller Ort für den Arbeitsalltag und bewahrt uns in einer zunehmend digitalen Welt ein Stückchen Realität und Orientierung. Das klassische Büro löst sich zwar auf, wird damit aber zu einem Ort vielfältiger Möglichkeiten.

Um diesen Ansatz auf der Sonderausstellung in Halle 11.2 auf knapp 500 Quadratmetern umzusetzen, gestaltete die Ippolito Fleitz Group in Kooperation mit Möbel- und Technikausstattern zehn inspirierende Momente innerhalb einer Bürofläche – von der Lobby über Meetingräume hin zu Arbeitsplätzen, „Think Tanks“ und den so genannten In-Betweens: where the unexpected happens. Ziel war es, Szenarien zentraler Situationen menschlicher Interaktion in der Arbeitswelt erfahrbar zu machen und den Mensch in den Mittelpunkt der Kommunikation zu rücken. Ein besonders inspirierender „Moment of Inspiration“ war die Küche. Die Kaffeemaschine als zentrales Element bildete in diesem Szenario den Ort der unverbindlichen Kommunikation. Hier kommen Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen miteinander in Berührung. Inszeniert als gemütliches Café im Herzen Roms, sollte dieser Ort einen Ausgleich zum steifen Büroalltag abbilden. Die Küche bietet Mitarbeitern in dieser Form die Möglichkeit, für einige Minuten Abstand vom Arbeitsplatz zu gewinnen, durchzuatmen und kreative Ideen aus spontanen Begegnungen zu ziehen. Ein schöner Ansatz, wie wir finden.

Microsoft präsentiert „eine der modernsten Arbeitsumgebungen in Deutschland“

Microsoft hingegen präsentierte auf der ORGATEC einen völlig gegensätzlichen Ansatz in Sachen Identität und Bürolandschaft. Während auf der Sonderausstellung von Ippolito Fleitz personalisierte Schreibtische in Szene gesetzte wurden, stellten André Hansel, Senior Product Marketing Manager Surface, und Ellen Kuder, Skype for Business Lead, von Microsoft Deutschland ihre neue Unternehmenszentrale in München-Schwabing unter dem Motto „Der Arbeitsplatz der Zukunft: Produktivität neu erfinden für die digitale Transformation“, vor.

Seinen eigenen Schreibtisch sucht man hier vergeblich. Was bleibt, sind Schließfächer, in die das Hab und Gut der Mitarbeiter am Ende eines Arbeitstages verstaut werden soll. Dafür bietet Microsoft seinen Mitarbeitern vollkommen neue Freiheiten, die auf Vertrauensarbeitszeit, Selbstbestimmung und persönlicher Produktivität basieren. Microsoft möchte als gutes Beispiel mit „einer der modernsten Arbeitsumgebungen in Deutschland“ vorangehen und seine Unternehmensphilosophie nach außen tragen. Mitarbeiter haben die Möglichkeit, aus vier unterschiedlichen Arbeitsbereichen zu wählen und sich nach Bedarf im Accomplish Space (= klassischer Schreibtisch), im Converse Space, im Share & Discuss Space für zufällige Begegnungen oder im stillen „Think Space“ niederzulassen. Die neuen Bürostrukturen sind auf unterschiedliche Arbeitsanforderungen ausgerichtet und können von allen Mitarbeitern flexibel genutzt werden. Anstatt Work-Life-Balance herrscht ein Work-Life-Flow, der die selbstbestimmte Gestaltung des Alltags und die eigenverantwortliche Verteilung von Arbeits- und Privatleben unterstützt. Ein Besuch in der Unternehmenszentrale, zu dem auf der ORGATEC aufgerufen wurde, lohnt sich bestimmt.

Foto: @Design Offices GmbH
Foto: @Design Offices GmbH

Smart Coworking Lobby: Symbiose aus Arbeiten, Ideenaustausch und Relaxen

Die Idee des neuen Arbeitens und der unterschiedlichen Arbeitsbereiche, wurde ebenso beeindruckend wie fortschrittlich in der Smart Coworking Lobby der ORGATEC in Halle 9 umgesetzt. Der „Prototyp zukunftsweisender Büro-Landschaften mit dem Anspruch effizientester Funktionalität“ stellt eine Verbindung aus Café/Bar/Restaurant und unterschiedlichen Arbeitsbereichen dar. Einzeltischen, zwanglosen Sitzgruppen, Telefon-/Gesprächskabinen und ruhigen Sitznischen in Kombination sorgen für eine Symbiose aus Arbeiten, Ideenaustausch und Relaxen. In dieser Form wurden in Deutschland bereits zehn Räume von Design Offices gestaltet, die als temporärer Arbeitsplatz, Tagungs- und Trainingsräume oder Eventlocation gemietet werden können. Unser Eindruck: Hier kann Arbeiten richtig Spaß machen.

Gesteigerte Produktivität in einer ruhigen Arbeitsumgebung

Neben den Vorzügen einer Arbeitsplatzgestaltung, die Inspiration und Selbstbestimmtheit fördert, wurde die Bedeutung einer ruhigen Arbeitsumgebung deutlich. Studien haben gezeigt, dass  Lärm im Büro nicht nur die Produktivität senkt, sondern auch Stress verursacht und sogar krank machen kann. Auf der ORGATEC wurden verschiedene Ansätze für Lärmeinschränkung präsentiert: von Lärm schluckenden Lampen, über Headsets, bis hin zu schallgedämmten Raum-in-Raum-Lösungen zum Telefonieren, Arbeiten und für Meetings, die ungestörtes Arbeiten gewährleisten. Joachim Kistner, Geschäftsführer von SONUS, verdeutlichte in seinem Vortrag „Smartacoustics in collaboration rooms, …damit wir uns besser verstehen“, ebenfalls, wie wichtig Verständlichkeit in unserer heutigen Arbeitswelt ist. Er sprach sich jedoch deutlich für integrative Lösungsansätze aus, da Einzelmaßnahmen selten eine Verbesserung der Sprachverständlichkeit hervorrufen.

Unser Fazit: Wir sind gespannt, was die Zukunft der Arbeit für uns bereit hält und freuen uns schon auf die ORGATEC 2018.

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