BITKOM: Digitalisierung bietet Chancen für flexibles Arbeiten

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Foto: deathtothestockphoto.com / Back to Work
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Der Büroarbeitsplatz mit Anwesenheitspflicht wird künftig an Bedeutung verlieren. Das Home Office dagegen wird in der Arbeitswelt von morgen immer wichtiger. Das sind zwei der zentralen Ergebnisse einer Befragung des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) unter 1.500 Geschäftsführern und Personalleitern aus allen Branchen.

Aktuell ist das klassische Büromodell allerdings noch Standard: In drei von vier deutschen Unternehmen besteht eine Anwesenheitspflicht für alle Mitarbeiter, nur jedes zehnte Unternehmen erlaubt bis zu einem Viertel der Angestellten eine flexible Arbeitsgestaltung. In keinem der befragten Unternehmen bestand für weniger als die Hälfte der Mitarbeiter Anwesenheitspflicht.

Büroarbeitsplatz mit Anwesenheitspflicht ist heute Standard

Doch dies wird sich nach Einschätzung der Befragten künftig ändern. Immerhin ein Viertel von ihnen erwartet, dass die Bedeutung des Büroarbeitsplatzes sinken wird, nur vier Prozent sehen das klassische Büro als Arbeitsplatz auf dem aufsteigenden Ast. Parallel dazu erwartet fast jeder dritte Befragte eine steigende Bedeutung des Home Office. Vorreiter dieser flexiblen Arbeitsgestaltung ist die ITK-Branche: In knapp der Hälfte dieser Unternehmen besteht bereits eine Home-Office-Regelung – gegenüber 17% in anderen Branchen.

Home Office wird wichtiger

Als Gründe, die gegen das Home Office sprechen, nennen fast zwei Drittel derjenigen, die bislang auf die Heimarbeit verzichten, dass das Home Office im Unternehmen generell nicht vorgesehen sei. Neben diesem Totschlagargument sprechen den Befragten zufolge vor allem ein Absinken der Produktivität durch fehlenden direkten Austausch der Mitarbeiter, die nicht-ständige Erreichbarkeit und die fehlende Kontrolle der Arbeitszeit im Home Office gegen eine Einführung derselben. In geringerem Maße werden technische Fragen wie Datensicherheit und die hohen Kosten für die technische Ausstattung des Arbeitsplatzes daheim als Argumente gegen die Einführung des Home Offices angeführt.

Home Office ist in vielen Unternehmen noch nicht vorgesehen

Viele Unternehmen würden sich laut BITKOM jedoch umstellen müssen. „Das flexible Arbeiten, auch von zu Hause, ist etwas, was vor allem gut ausgebildete Hochschulabsolventen erwarten“, so Verbands-Präsident Prof. Dieter Kempf.

Die Flexibilisierung betrifft aber auch die formalen Verhältnisse, unter denen gearbeitet wird. So erwartet knapp jeder dritte Befragte einen steigenden Anteil freier Mitarbeiter, kaum einer (3%) erwartet, dass Freelancer künftig eine geringere Rolle spielen werden. Externe Spezialisten würden dabei sowohl für den wirtschaftlichen Erfolg als auch für die Innovationskraft des Unternehmens künftig große Bedeutung haben.

Mehr Home Office, mehr Externe – kein Wunder, dass die Unternehmen davon ausgehen, dass Telefon- und Videokonferenzen künftig eine größere Bedeutung zukommen wird. Gerade letztere spielen in der präsenz- und telefon-dominierten Gegenwart noch eine untergeordnete Rolle. Dass Videokonferenzen – etwa per Skype – verstärkt zum Einsatz kommen, glauben vier von zehn Befragten, eine wachsende Bedeutung von 3D-Videokonferenzen sieht immerhin noch ein Viertel.

Videokonferenzen gewinnen stark an Bedeutung

Für derartige virtuelle Meetings sprechen der Befragung zufolge vor allem eine Kostenersparnis und eine höhere Effizienz der Arbeit.

Virtuelle Meetings sind kostengünstig und effizient

Insgesamt führe die Digitalisierung der Arbeitswelt nach Einschätzung der Wirtschaft zu mehr Wachstum und Innovation in Deutschland. Auf der anderen Seite existieren jedoch auch Befürchtungen, dass Arbeitsplatzsicherheit und Arbeitszufriedenheit leiden könnten.

Hier geht’s zum Download der kompletten Studie „Digitalisierung der Arbeitswelt“.