Moderne Arbeitsmodelle stellen neue Ansprüche an Firmenarchitektur und Bürodesign

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Der Ort, an dem wir fast genauso viel Zeit wie zu Hause verbringen, ist der tägliche Arbeitsplatz. Während wir unser Heim nach den eigenen Vorlieben und Bedürfnissen einrichten können, bekommen wir den Arbeitsplatz in der Regel fertig möbliert zugewiesen. Doch oft kann dieser die individuellen Ansprüche der Mitarbeiter nur noch unzureichend bedienen, da diese sich immer stärker differenzieren. So brauchen viele nicht mehr den einen Schreibtischarbeitsplatz, sondern flexibel nutzbare Räumlichkeiten. Wie lässt sich das in der bestehenden Firmenarchitektur realisieren?

Die Geschichte eines ungeliebten Raumes

In vielen Fällen befindet sich der Arbeitsplatz in einem Großraumbüro, das sich in Deutschland keiner besonders hohen Beliebtheit erfreut. Doch was macht das Großraumbüro so unbeliebt? In der Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden, konnte es den steigenden Bedarf an ökonomischen Büroarbeitsplätzen, d.h. möglichst viele Menschen auf wenig Raum unterzubringen, decken. Mitarbeiter bekommen bis heute jedoch vor allem die Nachteile dieses Modells zu spüren: ein hoher Geräuschpegel und mitunter auch andere Störfaktoren wie schlechtes Raumklima und unzureichende Lichtverhältnisse. In den USA versucht man seit geraumer Zeit durch die sogenannten Cubicles Abhilfe zu schaffen. Der Cubicle („Würfel“), wie man ihn vielfach aus amerikanischen Filmen und Serien kennt, schirmt durch meist halbhohe bewegliche Wände die einzelnen Arbeitsplätze voneinander ab und suggeriert so, was sich die Mitarbeiter wünschen: einen separaten Arbeitsplatz außerhalb des Sichtfeldes der Kollegen. Darin zeigt sich das Verlangen nach einem Arbeitsumfeld, an dem man sich nicht nur wohlfühlt, sondern das sich an die individuellen Bedürfnisse anpasst und damit ein effizientes Arbeiten ermöglicht.

Wie sich Büros heute verändern

In den letzten Jahren haben Unternehmen verstärkt auf diesen Wunsch nach individuelleren, menschlicheren Arbeitsräumen reagiert. Als prominentes Beispiel dient in diesem Bereich der Konzern Google, unter anderem für seine kreativ gestaltete Londoner Dependance bekannt. Gemeinschaftlich nutzbare Arbeitsbereiche mit bequemen Sitzmöbeln und farbenfroher Gestaltung sollen die Mitarbeiter hier zur Arbeit im Team anregen. Das Start-up Airbnb hat in seiner Firmenzentrale in San Francisco sogar einige der weltweit zu mietenden Apartments als Arbeitsplätze eingerichtet.

Auch wenn es sich bei diesen Beispielen vielleicht nicht um das durchschnittliche Büro handelt, so zeigen sie doch, dass sich die Einrichtungsmaximen für Büroräume grundsätzlich verändern. Das geschieht nicht nur als Reaktion auf den Wunsch der Mitarbeiter nach mehr Flexibilität, sondern ist auch die Konsequenz aus wissenschaftlichen Erkenntnissen, die die positiven Auswirkungen der Raumgestaltung auf die Leistung der Mitarbeiter nachweisen. So spricht die Architekturpsychologin Lioba Werth im Karrierespiegel-Interview von einer möglichen Steigerung der Kreativität durch den Einsatz von Farben und der Dämmung des Lichtes in der Arbeitsumgebung. Doch das Umdenken bezüglich des Bürodesigns betrifft nicht nur die Farbgebung, denn die sich stetig wandelnden Bedürfnisse der Arbeit bedingen tiefer greifende Veränderungen in der Einrichtung der Räumlichkeiten.

Plantronics versucht mit seinem Simply Smarter Office Konzept diesen neuen Ansprüchen in den eigenen weltweiten Büros gerecht zu werden und als Best Practice Beispiel voranzugehen. Hierzu wurde ein vier Zonen-Programm entwickelt, das die Bereiche Concentrate, Collaborate, Communicate und Contemplate umfasst und damit die Bedürfnisse der modernen Arbeitswelt widerspiegelt. Teams treffen sich regelmäßig zu Besprechungen oder Brainstormings in unterschiedlich großen Gruppen. Weniger formell als klassische Konferenzräume und deshalb anregender für den kommunikativen Austausch sind bequeme Sitzgruppen in einem abgetrennten Collaborate-Bereich. Die offenen Communicate-Zonen verfügen hingegen über feste und flexibel nutzbare Arbeitsplätze, je nachdem wie oft ein Mitarbeiter vor Ort ist. Sie dienen neben dem persönlichen Austausch und individuellen Arbeiten auch der virtuellen Zusammenarbeit. Jene Mitarbeiter, die gerade einer Aufgabe allein und konzentriert nachgehen wollen, können zudem in den Concentrate -Bereichen fokussiert arbeiten. Selbstverständlich dürfen ebenso Orte zur Erholung und Inspiration nicht fehlen. Diese finden Mitarbeiter in der Contemplate-Zone. Hinter all diesen Veränderungen steht die Erkenntnis, dass Menschen stets dort am motiviertesten arbeiten, wo sie sich wohlfühlen und die Bedürfnisse ihrer Arbeit berücksichtigt werden. So wird effektives und damit erfolgreiches Arbeiten unterstützt und gleichzeitig der Raum optimal genutzt. Dies sollte im Interesse eines jeden Unternehmens liegen, denn von einer gut durchdachten Gestaltung der Büroräume profitiert nicht nur der Mitarbeiter, sondern vor allem das Unternehmen selbst.

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