Das Sick-Building-Syndrom – Wenn der Arbeitsplatz die Gesundheit beeinträchtigt

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Seit den letzten Jahren gibt es immer häufiger Menschen, die mit Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Hautreizungen einen Arzt aufsuchen, dieser aber keine konkrete Ursache oder Allergie diagnostizieren kann. Immerhin ist es manchen Patienten möglich, einen Zusammenhang mit ihrer Arbeit auszumachen, wenn sie feststellen, dass die Symptome stets am Arbeitsplatz auftreten. In solchen Fällen spricht man vom so genannten Sick-Building-Syndrom. Hierbei ist der Auslöser für die gesundheitlichen Probleme im krankmachenden Arbeitsumfeld des Patienten zu suchen. Wo genau allerdings dort die Ursache für die Beschwerden liegt, ist meist schwer nachzuweisen.

Ein schwer erklärbares Leiden

Einen Hinweis auf das Syndrom können Betroffene durch eine Häufung gleicher oder ähnlicher Beschwerden unter Kollegen erhalten. Wenn 10 bis 20 Prozent der Mitarbeiter in einem Bürogebäude unspezifische Symptome aufweisen, sprechen Mediziner vom Sick-Building-Syndrom. Äußern kann sich die Erkrankung in höchst unterschiedlicher Weise: Oft klagen Betroffene über Kopfschmerzen, trockene Augen oder Hautreizungen. Aber auch psychische Beschwerden wie depressive Verstimmungen können in diesem Zusammenhang auftreten. Gemeinsam haben alle Erkrankten, dass ihre Symptome mit Arbeitsbeginn auftreten, sich oft im Verlauf des Arbeitstages steigern und in der Freizeit hingegen meistens völlig verschwinden. Was ist es nun genau, das solche körperlichen Reaktionen im Arbeitsumfeld hervorruft?

In vielen Fällen können Ärzte den konkreten Auslöser nicht exakt bestimmen bzw. nachweisen. Die Bandbreite an denkbaren Ursachen ist quasi unendlich. Möglicherweise sind es Chemikalien in Bodenbelägen oder Möbeln, auf die ein Mitarbeiter reagiert, oder aber Klimaanlagen im Büro rufen die Reaktion hervor. Ist es möglich, den konkreten Grund des Leidens zu finden, spricht man von einer Building-Related-Illness. Sie unterscheidet sich durch ihre Nachweisbarkeit vom Sick-Building-Syndrom. Lässt sie sich diagnostizieren, wird es für die Betroffenen auch möglich, gemeinsam mit dem Arbeitgeber nach einer Lösung zu suchen, wie Krankheitsauslöser aus dem Büro verbannt werden können.

Um ihre Mitarbeiter vor dem Sick-Building-Syndrom zu schützen, ist es wichtig, dass Unternehmen mögliche Auslöser der Erkrankung erkennen und wissen, welche Maßnahmen sie dagegen ergreifen können. Das Gesundheitsamt Baden-Württemberg stellt hierfür ein Informationsblatt zur Verfügung, das über präventive Vorkehrungen in Büroräumen aufklärt. Auch für Arbeitnehmer gibt das Amt einen Leitfaden zum Sick-Building-Syndrom heraus. Dieser erklärt Betroffenen, wie sie sich bei Verdacht auf das Syndrom am besten verhalten.