Mit dem Kind ins Büro?

0
© Frank Gärtner - Fotolia.com
© Frank Gärtner - Fotolia.com

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist heutzutage für viele Arbeitnehmer ein wichtiges Kriterium bei der Unternehmenswahl. Durch Kindergärten, Tagesmütter und Krippen ist die Betreuung des Nachwuchses in den meisten Fällen unproblematisch. Doch was, wenn die Kita durch unvorhersehbare Gründe geschlossen wird und die Nanny absagt? Auch die Ferienzeit stellt für viele Beschäftigte eine Herausforderung dar, wenn die Kinder nicht in der Schule sind. Was dann – kann ich mein Kind einfach mit ins Büro nehmen?

Laut dem Family Report 2012 erwartet ein Großteil der Befragten von einem familienfreundlichen Unternehmen, dass Sie Urlaub bekommen, sollte das Kind krank sein (65 Prozent), einen Betriebskindergarten (61 Prozent), die Möglichkeit im Home-Office zu arbeiten (61 Prozent) oder eine Teilzeittätigkeit (60 Prozent).Eine Studie von Monster.de hat allerdings gezeigt, dass 56 Prozent der befragten Deutschen, ihr Kind unter keinen Umständen mit zur Arbeit nehmen können. 20 Prozent der Umfrageteilnehmer können sich dies in Ausnahmefällen vorstellen, auch wenn es nicht gerne gesehen wird. Zumindest ein knappes Viertel der Befragten ist überzeugt, dass ihre Chefs und Kollegen das locker sehen würden – selbstverständlich unter der Prämisse, den Arbeitsablauf damit nicht zu stören. Dies ist in Zeiten von Fachkräftemangel verwunderlich, denn schließlich bieten kinderfreundliche Unternehmen klare Vorteile für Arbeitnehmer und haben damit einen Wettbewerbsvorteil. Nicht zuletzt wird die Mitarbeiterzufriedenheit erhöht, was sich in einer besseren Arbeitsleistung niederschlägt. Dennoch haben viele Arbeitgeber Angst, dass durch die Mitnahme des Kindes zum Job, die Leistung leidet.

Unternehmen, die sich bereits auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter eingestellt haben, nutzen verschiedene Möglichkeiten, um diesen gerecht zu werden. Einen Lösungsweg stellt das Eltern-Kind-Arbeitszimmer dar. So kann man in Notfällen sein Kind mit zur Arbeitsstelle bringen und dort selbst für die Betreuung sorgen. Das Eltern-Kind-Zimmer ist allerdings keine Alternative zu einer regulären Betreuung. Hierfür bietet sich ein Betriebskindergarten an. Diese sind besonders praktisch, da sie sich meist direkt auf dem Firmengelände befinden. Außerdem wird darauf geachtet, dass die Kita möglichst lange Öffnungszeiten hat und dass sie den Sommer über geöffnet bleibt. Da die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in vielen Firmen, die um Mitarbeitet buhlen, ein wichtiges Thema in den Personalabteilungen ist, übertrumpfen sich diese mit den besten Konzepten. Von Frühenglisch, Ausflügen und Sportprogrammen wird hier ein buntes Edutainment-Programm für die Kleinen geboten, wobei die Kosten gleich hoch sind wie in normalen Kindergärten.

Weiteres Informationsmaterial hält die Webseite berufundfamilie bereit, eine Initiative der Hertie-Stiftung und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.