Social-Recruiting-Trends – Vom Talentmanager zum Social Headhunter

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© fotodo - Fotolia.com
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Sowohl für Personaler als auch für Jobsuchende wird das Social Web auf der Suche nach dem richtigen Kandidaten oder dem Traumjob immer wichtiger. 2012 spielten laut Social Media Recruiting Report soziale Netzwerke bei Neueinstellungen nach Online-Jobbörsen, unternehmenseigenen Karriereseiten und Mitarbeiterempfehlungen bereits die viertgrößte Rolle. Jedes vierte Unternehmen suchte im letzten Jahr bereits proaktiv in sozialen Netzwerken nach Mitarbeitern. Tendenz steigend.

Xing und LinkedIn mit neuen Recruiting-Tools

Kein Wunder also, dass hier Bewegung in den Markt kommt. So präsentieren zurzeit die beiden Platzhirsche der Business-Netzwerke, Xing und LinkedIn, neue oder überarbeitete Recruiting-Tools. Der Xing Talentmanager soll Recruitern die Direktansprache geeigneter Kandidaten erleichtern. Personaler können umfangreiche Such-, Filter- und Verwaltungsfunktionen nutzen und leicht im Team arbeiten, indem sie interessante Kandidaten samt internen Notizen und Arbeitsstatus in Projektordnern sortieren und Kollegen zur Weiterbearbeitung zur Verfügung stellen. So kann eine doppelte Ansprache potenzieller Mitarbeiter vermieden werden. Für die neue Version verspricht Xing eine intuitivere Nutzung und verbesserte Funktionen bei der Kandidatensuche.

LinkedIns Pendant zum Talentmanager heißt LinkedIn Recruiter. Seit Anfang des Jahres ist die Anwendung auch auf Deutsch erhältlich. Das weltweit führende Business Network setzt zudem auf Mobile Recruiting: 30 Prozent der Zugriffe auf die Plattform erfolgen mittlerweile über mobile Endgeräte. Das Online-Netzwerk bietet Apps für alle gängigen Betriebssysteme auf Deutsch an. Seit August können sich Kandidaten über ihr Profil in wenigen Schritten direkt auf Jobangebote bewerben.

Facebook betritt Recruiting-Markt

Neben den originär Busines-orientierten Netzwerken Xing und LinkeIn hat mittlerweile auch Facebook den Recruiting-Markt betreten – wenn auch vorerst nur in den USA. In einem ersten Schritt launchte das weltweit größte Social Network Ende letzten Jahres eine Meta-Stellenbörse, die sich im Rahmen der „Social Jobs Partnership“ zum Ziel gesetzt hat, Potenziale der sozialen Netzwerke besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Aktuell bietet die Job-App knapp 2,4 Mio. Stellen an. Mittlerweile können hier sowohl Recruiter als auch Stellensuchende dank Graph Search gezielt nach Kandidaten oder Jobs suchen. In dem Leitfaden Graph Search for Job Search wurden dazu für beide Seiten die wichtigsten Tipps zusammengestellt. Ob die App auch für den europäischen Markt geöffnet wird, bleibt abzuwarten. Dass hier ein enormes Potenzial schlummert, wurde bereits Ende 2011 in einer Untersuchung gezeigt, der zufolge über 18 Mio. US-Amerikaner ihren aktuellen Job über Facebook gefunden hatten. Damit erwies sich das Netzwerk sogar als effizientere Jobmaschine als LinkedIn, über das nur gut 10 Mio. Amerikaner zu ihrem aktuellen Job kamen.

Trend Social Headhunting

Neben den etablierten Plattformen streben aktuell auch junge Startups in den Social-Recruiting-Markt. Ein aktueller Trend unter den Neugründungen wird gerne auch als Social Headhunting beschrieben. Auf Plattformen wie JobCrowd, Kandidat24 oder Whizper können sich Nutzer registrieren und Kandidaten für ausgeschriebene Stellen empfehlen. Anreiz bieten die Prämien, die die Unternehmen bei erfolgter Einstellung zahlen. Für die Arbeitgeber hat das den Vorteil, dass sie Zugang zu Kandidaten erhalten, die nicht aktiv auf Jobsuche sind. Genannte Portale verfolgen unterschiedliche Ansätze. Whizper etwa bietet kostenpflichtig einen mit einer Jobanzeige verbundenen Button zur Integration auf einem Partner-Jobportal und der eigenen Website an. Zusätzlich verlangt Whizper eine Prämie bei erfolgreicher Weiterempfehlung des Jobs und ein Erfolgshonorar. Bei Kandidat24 und JobCrowd dagegen können kostenlos Stellen annonciert werden. Eine Prämie wird erst im Erfolgsfall fällig, die Höhe kann vom Unternehmen selbst bestimmt werden. Rein auf die eigenen Angestellten eines Unternehmens – also auf so genanntes Employee Referral – setzt das Portal Jobs for Friends. Hier werden Mitarbeiter zu Recruitern, indem sie Jobangebote aus dem eigenen Haus mit einem Klick in ihren sozialen Netzwerken teilen.

Social Recruiting stellt sich heute als wesentlicher Faktor im Personalmanagement dar. Sowohl Unternehmen als auch Jobsuchende setzen bei der Recherche nach Mitarbeitern und offenen Stellen verstärkt auf Social Media. Dennoch ist der Bereich noch jung und bringt neben Unsicherheiten auch immer wieder neue Entwicklungen hervor. Einen guten Überblick für den Start ins Social Recruitment findet sich bei Karrierebibel. Wer sich darüber hinaus ein Bild der aktuellen Recruiting Trends machen möchte, kann dies vom 17. – 19. September auf der 14. Zukunft Personal in Mannheim tun.