re:publica 2013: Veranstaltungstipps für Digitalarbeiter

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Am Montag beginnt in Berlin wieder die Web-Konferenz re:publica. An drei Tagen finden sich Blogger, Netzaktivisten und andere Mitglieder der Digitalen Gesellschaft ein, um in Vorträgen und Workshops digitale Trends und Entwicklungen zu erörtern. Über 350 Speaker und 200 Stunden Programm stehen auf dem Veranstaltungszettel. Wir wollen euch an dieser Stelle eine kleine Auswahl an Sessions rund um das Thema Arbeit der Zukunft vorstellen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Der Frage, wie eine neue Arbeitskultur im digitalen Zeitalter mehr Spielräume für kreatives Arbeiten und neue Formen der Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung schaffen kann, geht Teresa Bücker in ihrem Vortrag „Der Montag liebt dich“ nach. Ihre These: Das Tempo der technischen Innovation steht in keinem Verhältnis zur Innovationsbereitschaft am Arbeitsplatz. Die Zukunft der Arbeit müssen wir jetzt gemeinsam gründen.

Den sozialen Kontext von Crowdsourcing betrachten Thomas Gegenhuber und Robert Bauer in ihrem Vortrag „Von außen nach innen“. Crowdsourcing öffnet Unternehmensgrenzen und stellt eine neue Form der Arbeitsteilung in der Kreativarbeit dar. Dies bringt jedoch Herausforderungen für die Kreativarbeiter – also sowohl für die Mitarbeiter innerhalb der Unternehmen, als auch für die Individuen in der Crowd – mit sich.

Mit der Arbeit im Digitalen beschäftigt sich auch R. Trebor Scholz in seinem Vortrag „Digital Labor: New Opportunities, Old Inequalities“. Er widmet sich vor allem Outsourcing-Plattformen wie dem Amazon Mechanical Turk, in denen er Templates für eine post-fordistische Arbeit und einen Affront gegen den jahrzehntelang geführten Arbeitskampf sieht.

Johannes Kleske stellt in seinem Vortrag „Das Ende der Arbeit – Wenn Maschinen uns ersetzen“ die Frage, wie wir eigentlich in Zukunft leben wollen. Konkret: Wie verändert sich unser Verständnis von Arbeit? Welche Berufe wird es in Zukunft geben und wie verändern sich unsere Machtgefüge? Werden wir eine Symbiose mit den Maschinen eingehen und wie könnte diese aussehen?

Das hört sich schon ganz schön techie an. Mit Nerd und Geek Stuff beschäftigt sich auch Matthias Bauer in seinem amüsant mit „Richtig essen, richtig schlafen, und lasst die Mate weg: Besser Leben für Geeks“ betitelten Vortrag. Gerade Hacker, Computer-Arbeiter, Entwickler, Konzepter, Aktivisten – kurz Geeks und Nerds – ignorierten Bauer zufolge „die Komplexitäten unseres täglichen Lebens“ und würden sich einem ungesunden Lebensstil hingeben. Mit dem Vortrag möchte er die „häufigsten Fehler und Probleme bei Ernährung, Schlafhygiene und Drogenkonsum“ aufzeigen und erklären, wie sich die Lebensqualität durch einfache Änderungen verbessern lässt.

Eine Reihe von Vorträgen beschäftigt sich mit dem Feld Entrepeneurship. Catherine Barba gibt Interessierten „10 tips to grow your Positive Entrepreneurial Energy“, während in der Diskussionsrunde „Impact Investing: A new era of social entrepreneurship?“ darüber diskutiert wird, wie sich „value driven“ Entrepreneurship abseits von Venture Capital und Crowdfundig finanzieren lässt. In ihrer interaktiven und kollaborativen Session „Boosting Creative Entrepreneurship in NYC, Berlin and Amsterdam“ fordern Ele Jansen und Jörgen van der Sloot die Teilnehmer auf, ihre Gedanken zur Zukunft der Kreativität und deren Rolle in der Gesellschaft zu äußern und zu teilen. Unter dem Titel „re:ady to start: startup pitches“ wollen Katja Andres und Robert Koecke vom idea Camp potenziellen Unternehmensgründern zeigen, wie man eine Geschäftsidee auch mit wenig Kapital starten kann. Ihre Überzeugung: Ein Unternehmen zu gründen ist ein Risiko? KEIN Unternehmen zu gründen ist ein Risiko.

Das Thema Bewerbung 2.0 behandeln Jochen Mai und Christine Heller in ihrem Vortrag „Personal Branding Kampagne: Wie der neue Job dich findet“. Sie erklären, warum ausgerechnet der eigene Blog ein guter Ausgangspunkt für die Jobsuche ist, welche Rolle Twitter, Facebook & Co. übernehmen können und welche Bedeutung Rating-Dienste wie Klout bei der Bewerberauswahl haben.

Noch vor der Bewerbung – nämlich bei der Ausbildung – setzen Kevin Heidenreich und Dirk Plumps in ihren Vorträgen Digitale Nachhilfe für Azubis und Meister & „Nachwuchsförderung in der IT-Branche an. Sie widmen sich den Fragen, welche Fertigkeiten im 21. Jahrhundert für den beruflichen Erfolg nötig sind und wie man sich derartige Fertigkeiten aneignen kann, wenn sie doch bislang kaum in der Ausbildung berücksichtigt werden.

Konkret wird es in dem RE:CAMPAIGN-Workshop Neues Berufsbild (Online-) Campaigner/in. Das Panel will die neuen Stellenanforderungen diskutieren und einen kritischen Blick auf die Professionalisierung der Online-Arbeit werfen.

Schon diese kleine Auswahl macht deutlich, dass die Frage danach, wie wir in Zukunft arbeiten werden und was für Anforderungen und Bedingungen an zukünftige Digital- und Wissensarbeiter gestellt werden (könnten), ein relevantes Thema der diesjährigen re:publica ist. Wer sich ein umfassenderes Bild von den Angeboten machen möchte, findet hier das komplette Programm .

re:publica
6.-8. Mai im Station Berlin
Online-Tickets vor Eröffnung: 150,00 €
Tageskasse:

  • Montag: bis 19 Uhr 210,00 €
  • Dienstag: bis 19 Uhr 140,00 €
  • Mittwoch: tagsüber 70,00 €