Sitzarbeit: Segen oder Fluch?

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Die Zeiten prekärer körperlicher Schwerstarbeit sind (zumindest in unseren Breitengeraden) nahezu vorbei. Dank industrieller Revolution erfreuen wir uns humaner Arbeitsverhältnisse und -zeiten mit überwiegend geistiger Arbeit. Internet, Laptop, Smartphone haben unsere Effizienz in den letzten zwei Jahrzehnten noch einmal deutlich erhöht und entgegen verschiedener Prognosen auch unsere Arbeitszeiten: Wie kürzlich auf Smartworkers berichtet, haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Tablet und Smartphone den Arbeitstag im Schnitt um zwei Stunden verlängern.

Was auffällt ist, dass ein bestimmter Aspekt der Bildschirmarbeit in der öffentlichen Diskussion häufig in den Hintergrund tritt: Und zwar die Gesundheit der Büroarbeiter. Denn viele verbinden Sitzarbeit mit leichtem Arbeiten, mit wohlgenährten Menschen, die sicher und komfortabel in wohltemperierten und vernünftig beleuchteten Räumen mehr oder weniger sinnvollen Tätigkeiten nachgehen… Ein Klacks im Vergleich etwa zur Arbeit eines Stahlkochers. Oder?

Nun, auch Sitzarbeit hat so ihre Tücken. US-Forscher haben herausgefunden, dass Menschen, die im Schnitt weniger als drei Stunden am Tag sitzen, zwei Jahre länger leben als vergleichbare „Dauersitzer“. Und nicht nur das: Eine Langzeitstudie mit 120.000 Amerikanern kommt zu dem Schluss, dass wer am Tag sechs Stunden und mehr im Sitzen verbringt, eine deutlich höhere Sterberate hat, als Wenigsitzer (unter drei Stunden täglich). Besonders heikel: Die Sterberate bei vielsitzenden Frauen ist um 40 Prozent höher als bei Personen, die bis zu drei Stunden täglich sitzen. Das ist doppelt so hoch wie bei den männlichen Vielsitzern.

Rückenprobleme durch langes Sitzen kennen die meisten Büroarbeiter. Bei manchen kommt es infolgedessen zu behandlungsbedürftigen Muskel- und Skelettleiden. Nicht zuletzt steigt durch mangelnde Bewegung auch das Risiko für psychische Leiden deutlich an. Das muss nicht so sein.

Was kann man tun?

Die Sensibilität für diese Belange ist bei Arbeitgebern und bei Kollegen in der Regel eher gering. Aber ein Bewusstseinswandel zeichnet sich langsam ab. Ob Stehplatz, mobile working, oder einfach mal etwas häufiger ein Pause einlegen – es gibt eine Reihe von Instrumenten die Rücken (und Psyche) schonen. Ein paar praktische Tipps für ein gesünderes Arbeiten sind auf der Infografik „Fit am Arbeitsplatz“ von Plantronics zusammengefasst:

by Plantronics

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