Interview: Ansgar Oberholz über sein Coworking-Konzept im „St. Oberholz“ in Berlin-Mitte

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Foto: St. Oberholz

Direkt am Rosenthaler Platz in Berlins Mitte erstreckt sich das St. Oberholz über zwei Etagen. Das Café ist nicht nur ein Treffpunkt für Kaffeetrinker und Kuchenesser – insbesondere Mobile Worker fühlen sich hier wohl. Denn neben einem funtkionierenden W-Lan verfügt das Café auch über eine kreativen Atmosphäre und viele Gleichgesinnte. Im November letzten Jahres erweiterte das St. Oberholz sein Konzept auf die zweite Etage um weitere Co-Working-Arbeitsplätze für feste Mitglieder. Smartworkers hat Ansgar Oberholz, Gründer und Besitzer des St. Oberholz, interviewt…

Das St. Oberholz ist eigentlich ein Café. Warum hast du dich entschlossen, die Räumlichkeiten um einen Co-Working-Space zu verlängern?

Das Café ist schon immer auch ein Co-Working-Ort gewesen, vielleicht sogar einer der ersten in Berlin. Im Café wird das Co-Working-Konzept sehr unbürokratisch und offen umgesetzt. Quasi über Tages- und Wochentickets, die aber gar nicht nötig sind, da man dort ohne Anmeldung gut arbeiten kann. Um das Konzept zu erweitern und nicht einfach nur räumlich auszudehnen, haben wir das Bureau im 2. OG gegründet. Hier sind nur Monatsmitgliedschaften möglich und es grenzt sich dadurch deutlich vom Café ab und erweitert es zugleich um einen echten Mehrwert. Als ganzes gesehen, also als ganzes Haus gesehen ist jede Facette von Co-Working vertreten, auch in den Appartements wird gearbeitet. Zuletzt war dort Soundcloud für einige Wochen eingebucht und ab Februar wird es txtr sein, die ein Appartement als Büro nutzen. Die Apts werden auch als Showrooms und Workshopräume genutzt.

Was unterscheidet das Angebot von anderen Co-Working-Spaces?

Insbesondere die Lage. Ich glaube, es gibt kaum einen anderen Co-Working Ort, der so super zentral gelegen ist.

Welche Möglichkeiten gibt es bei euch?

Alles was mit Bureau-Co-Working zu tun hat, ist abgedeckt. Was wir nicht haben, sind Maschinen oder Computer, die wir zur Verfügung stellen.

Und wer interessiert sich für euer Angebot? Wer arbeitet bei euch?

Unsere Zielgruppe sind die klassischen Freelancer genauso, wie auch kleine Start-Ups bis zu drei Mitstreitern. Unter anderem wurde das Konzept im Bureau auf kleine Teams ausgerichtet, die noch kein eigenes Büro haben können bzw. wollen und kurz vor dem echten Wachstum stehen. Wir haben aber auch einen Rechtsanwalt als Mitglied.

Im Café sitzt wirklich jeder: Mode, Musik, Komponisten, Grafiker, Webdesigner, Hacker, Developer, Berater und Gründer jeder Art. Viele Konzepte sind hier entstanden und angedacht worden.

Was sind deiner Meinung nach die Vor- und Nachteile beim Co-Working?

Das kommt auf den Nutzer an und auf die Art wie er am besten arbeitet.

Könnt ihr schon erste Erfolge verzeichnen? Gibt es einen großen Ansturm auf die Räumlichkeiten?

Jetzt seit Januar ist es ganz gut belebt, wir haben viele Anfragen und mittlerweile auch dreizehn Mitglieder, voll sind wir bei 20, wir suchen also noch Leute!

Ist der Co-Working-Space ein Zukunftsmodell, das sich weiter durchsetzen wird oder ist diese Arbeitsform nur etwas für eine bestimmte Klientel, also ein Nischenprodukt?

Beides. Ich denke, dass das Co-Working sich für eine bestimmte Klientel als Zukunftsmodell abbildet und noch viel Potenzial da ist. Viele Menschen werden sich nach Neu- und Umorientierung plötzlich im Co-Working als idealem Ort wiederfinden.

Wie glaubst du, wird sich die Arbeitswelt sonst in Zukunft verändern?

Hoffentlich mit Hilfe des bedingungslosen Grundeinkommens so, dass mehr Menschen nicht mehr zwischen Arbeit und Freizeit unterscheiden müssen und sich auf ihre Stärken besinnen dürfen, um diese in ihrem Job leben zu können.

Weitere Infos zum St. Oberholz und zu den Co-Working-Angeboten gibt es hier

3 KOMMENTARE

  1. Die Idee ist spitze…eine Art Gründerzentrum mit Anschluss..in jeder Hinsicht…sollte man in Bad Kissingen, gerade in Hinblick auf die Telemedizin hin auch in die Überlegungen einbeziehen…..

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