„Lost in Translation“: Europaweite Studie zu den Herausforderungen beim Arbeiten im Home Office

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Foto: Plantronics

Die Geschäftswelt befindet sich zunehmend im Wandel. Arbeitsplätze sind über ihre traditionellen Grenzen auf viele Bereiche des öffentlichen und privaten Raumes verteilt. Wir arbeiten in Cafés, im Flugzeug oder von Zuhause aus. Aufgrund dieses Wandels beauftragte Plantronics, in Zusammenarbeit mit Annie Leeson, Expertin für Arbeitsmodelle und –strategien, vor kurzem die europaweite Studie „Lost in Translation“, die speziell das Thema Home Working beleuchtet.

Die Untersuchung zeigt, dass sich Home Working allerdings nicht soweit durchgesetzt hat, wie man glauben könnte. Unternehmen erkennen zwar die Vorteile der Heimarbeit, werden aber von der großen Herausforderung bei der Umsetzung abgeschreckt. Um diesem Phänomen näher auf den Grund zu gehen, wurden Experten und Home Worker aus ganz Europa interviewt sowie Informationen, Statistiken und Beobachtungen rund um das Thema Home Working umfassend ausgewertet. Dabei stellte sich u.a. heraus, dass in Deutschland Home Working eine geringere Bedeutung zugemessen wird als beispielsweise in Skandinavien oder den Niederlanden. Dies mag mitunter an der Industriegeschichte Deutschlands liegen, aber auch daran, dass in den Unternehmen andere hierarchische Strukturen bestehen.

Die Studie kam weiterhin zu dem Ergebnis, dass Home Worker meist als homogene Gruppe betrachtet werden. Dabei kann Heimarbeit die unterschiedlichsten Formen annehmen, aus denen verschiedene Herausforderungen und Nutzen entstehen. Es gibt für Virtual Working also keine allgemeingültige Lösung: Ein Unternehmen benötigt zugeschnittene Trainings, die richtigen Tools, Richtlinien sowie Service und Beratung, damit es Home Working effektiv einsetzen kann. Doch wie übersetzt man den Arbeitsprozess im Büro sinnvoll in das Home Office? Viele Unternehmen unterschätzen das Ausmaß und die Komplexität dieser Veränderung. Als Folge unzureichender Anleitung und Unterstützung der Mitarbeiter können viele der positiven Effekte verloren gehen. Fälschlicherweise wird oft davon ausgegangen, dass sich an der eigentlichen Arbeit nichts verändert, wenn diese von zuhause erledigt wird. In der Realität sieht das tatsächlich anders aus.

Daher müssen die Vor- und Nachteile der Heimarbeit für Mitarbeiter und Unternehmen sorgfältig abgewogen werden. Hierbei muss vor allem beachtet werden, dass der Home Worker nicht nur seinen Arbeitsplatz wechselt, sondern sich auch sein kompletter Lebensstil verändert. Das Individuum muss seinen Alltag und seine Tätigkeiten anders organisieren und sicherstellen, dass Beruf, Privat- und Sozialleben im Gleichgewicht bleiben. Darüber hinaus ist es wichtig, dass der Mitarbeiter ein integraler Bestandteil der Organisation bleibt. Die Aufrechterhaltung einer effizienten Beziehung zu Vorgesetzten und Kollegen in der Organisation hat also eine zentrale Bedeutung für Heimarbeiter. Zudem muss auch das Management die Kontrolle über die räumlich verteilten Teams behalten. Dies ist eine Herausforderung auf beiden Seiten, die bei vielen Verantwortlichen Bedenken auslösen. Auch Aspekte des sozialen Wohlbefindens sind bei der Arbeit wichtige Faktoren für die Mitarbeiterzufriedenheit. Obwohl Home Worker weniger Zeit in der Gesellschaft von Kollegen verbringen, ist es entscheidend, dass sie immer noch das Gefühl der Zugehörigkeit zu ihrer Arbeits-Community haben. Daher muss die soziale Interaktion gefördert werden, damit sich dies nicht auf das Engagement, die Loyalität oder Belastbarkeit der Mitarbeiter auswirkt. Home Working stützt sich zudem stark auf Schrift- und Sprachkommunikation, da persönliche Meetings seltener werden. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf unsere Kommunikation: 50-60% unserer Kommunikation hängen von visuellen Reizen wie Körperhaltung, Gestik, Mimik und Augenbewegungen ab. Es ist also unerlässlich, dass neue Kompetenzen, Instrumente und Techniken erlernt werden sowie eine moderne Infrastruktur errichtet wird, um einen verständlichen und effektiven Austausch sicherzustellen.

Zusammenfassend zeigt die „Lost in Translation“-Studie: Um Home Working effektiv in einem Unternehmen einzusetzen, muss sich die ganze Kultur einer Organisation ändern – nicht nur Strukturen und Prozesse. Mitarbeiter und Management sollten Hand in Hand arbeiten und sich gemeinsam der neuen Herausforderung stellen, damit beide Seiten von den Vorteilen profitieren können.