BreakOut! Die Flucht aus dem Office

0
CC-BY Martineric
CC-BY Martineric

Ob nun Home Office oder gar das klassische Büro – alles Schnee von gestern. Die Zukunft kreativen Schaffens liegt im mobilen Arbeiten. Aber nicht etwa allein hinter dem Laptop im Café an der Ecke. „BreakOut – Escape from the Office” lautet das Motto junger New Yorker Professionals, die sich spontan verabreden, um an bestimmten öffentlichen Orten in Form von „Breakout Sessions“ gemeinsam zu arbeiten.

Zehn verschiedene Varianten haben die Breakout-Erfinder um Tony Bacigalupo und Sean Savage bereits erprobt. Neben den hinlänglich bekannten Barcamps sind dabei besonders Arbeitsformate wie Speed Networking, Lightning Talks oder Block Breaking Sessions interessant. Speed Networking ist – man ahnt es schon – an das Konzept des Speed Dating angelehnt, heißt, im fliegenden Wechsel stellen sich die Teilnehmer in einem bestimmten Zeitrahmen vor, sprechen über Ihre Fähigkeiten und die berufliche Entwicklung. So kann man äußerst schnell wichtige Kontakte knüpfen, nicht ohne Grund daher „Speed Networking“. Etwas anders gestaltet sind Lightning Talks oder Block Breaking Sessions: Hier sitzen die Menschen in einer Gruppe zusammen, beschreiben ihr Arbeitsfeld und Probleme, die es zu lösen gilt. Von den anderen Teilnehmer gibt es dann diesbezüglich kreativen Input. Das können Ideen, Anstöße oder neue Sichtweisen sein, die bei Problemlösungen helfen oder etwa bei Autoren und Schriftstellern Blockaden lösen.

logo

Fragt sich nur noch, wie die Leute zusammenkommen, die sich ja meist weder privat noch beruflich kennen? Ganz einfach: Über Twitter werden kommende Sessions mit Ausrichtung und Ort angekündigt. Und das funktioniert. In New York City, dem Geburtsort des Konzeptes, fand bereits eine ganze Reihe solcher Co-Working-Sessions der anderen Art statt. Oft sogar im Abstand von nur zwei Tagen.

Dass solche Treffen für den Einzelnen durchaus fruchtbar sind, kann man sich vorstellen. Schon allein das Arbeiten in einer neuen Umgebung gibt Schwung und inspiriert. Das wichtigste ist meiner Meinung nach aber, dass man mit neuen Menschen zusammenkommt, mit denen man unbefangen über seine Arbeit reden kann. Menschen, die nicht in eigenen Arbeits- und Firmenstrukturen verhaftet sind, haben eben die Möglichkeit, einen völlig neuen Input zu geben, der die eigene Sichtweise verändert und zu neuen Denkanstößen verhilft. Das ist gerade dann der Fall, wenn unterschiedliche Berufsgruppen aufeinandertreffen. Zum anderen ist es aber auch eine völlig neue und vor allen Dingen einfache Art, Kontakte zu knüpfen und Netzwerke zu erweitern.

Für das neunköpfige Gründer-Team ist Breakout nicht das erste Projekt dieser Art. Tony Bacigalupo oder Sean Savage beispielsweise haben bereits klassische Co-Working-Spaces in San Francisco oder New York City gegründet. Andere sind Kommunikationswissenschaftler oder beschäftigen sich als freischaffende Autoren mit neuen, smarten Arbeitsmodellen. Mit den New Yorker Erfahrungen im Rücken will sich Breakout auch international verbreiten. Als erster deutscher Ableger trat im September 2009 bereits das Co-Working-Festival Atoms&Bits in Erscheinung. Bleibt also nur noch abzuwarten, wann die ersten Speed-Networking und Lightning Talk Sessions in den Straßen von München, Hamburg oder Berlin auftauchen.

Foto: CC-BY Martineric