Von der Leichtigkeit des mobilen Seins
Nichts mehr ist heute so wie es gestern war. Das stationäre Büro wird immer öfter durch Mobilität ersetzt. Firmenverbünde breiten sich aus und nehmen die Gestalt virtueller, global agierender Unternehmen an. Zulieferer, Vertriebsfirma und andere Geschäftspartner klinken sich ein. Das verstärkt noch den virtuellen Effekt. Und die Mitarbeiter, wenn alles in Bewegung ist? Ausschließlich in traditionellen Büros sind sie schlecht aufgehoben. Wenn Zeit und Raum verschwimmen, sollten Sesshafte besser zu Nomaden werden. Sonst wird bei einem Business ohne räumliche Barrieren das eng begrenzte Büro schnell zur Nische ohne Zukunft.
Also wieso schon morgens, nach dem langwierigen Hindernisslauf durch die Rush Hour, am Bürostuhl kleben, wenn das Cafe um die Ecke schon zuvor die Geister und Inspiration weckt? Das ist der Duft, aus dem Kreativität entsteht, die in muffigen Büros kaum mehr aufkommt – von Motivation ganz zu schweigen. Den Notebook aufgeklappt, das Smartphone aktiviert: schon schlägt der kommunikative Puls der Zeit. Locker vom Hocker, das klappt eben besser, als sich unter ständiger Beobachtung zu fühlen. Und mal ganz ehrlich: Auch die Geräuschkulisse durch andere Kollegen ist nicht gerade ein Konzentrationsbringer. Richtig abschalten, in einer Zeit, in der Always-on zählt, können im Büro die Wenigsten. Wieso also nicht die Gefilde, die zu Höherem animieren, zum Aktionsraum kreativen und produktiven Handels machen? Das funktioniert nicht nur im Cafe nebenan. Der Wahl des Einsatzortes sind dank moderner Kommunikationstechnologien keine Grenzen gesetzt. Einmal auf den Geschmack gebracht, kostet man gern von der Leichtigkeit des mobilen Seins. Diese Leichtigkeit gilt im doppelten Sinne. Wenn es laut wird, verleiht ein Headset den Ideen Flügel, und die Hände bleiben für Dies oder Jenes frei.
Dem Geschäft kann dies nur nutzen. Eigentlich liegt es klar auf der Hand: Wenn Mitarbeiter reisen, muss auch die Arbeit mitreisen: auf der Straße, ins Hotel, zum Bahnhof, zum Flughafen oder aber ins Cafe. Wäre da nicht der Chef, der vielerorts noch traditionellen Mustern folgt und seine Untergebenen lieber nebenan sieht. Oder ist es nur sein Führungsego, das ihn auf Sesshaftigkeit plädieren lässt? Es soll Service-Provider geben, die Video-Conferencing anpreisen, gleichzeitig aber ihre Mitarbeiterschaft an der Kandare halten. Derweil den Chefs im virtuellen Verbund ohne Zeit und Raum ohnehin die klassischen Zügel entgleiten. Nur sie haben es noch nicht gemerkt. Freilich, auch die Leichtigkeit des mobilen Seins hat für die Mitarbeiter ihre Schattenseiten, sofern sie nicht aufpassen. So verwischen sich in Zeiten von Always-on schnell die Grenzen zwischen Berufs- und Privatsphäre. Jetzt gilt es, die Balance zu halten, um nicht ins Trudeln zu kommen. Zeitmanagement, und zwar das eigene, ist gefragt. Es wird zum Schlüsselfaktor, um Beruf und Familiäres unter einen Hut zu bringen – und über die Zeit zu halten. Auch die vernetzte Zusammenarbeit will gelernt sein. Durch die Fähigkeit, fast zu jederzeit mit jedem zu kommunizieren, danach zu handeln, entstehen im Hand-um-Drehen Teams. Die Teammitglieder geben sich online wechselseitig Impulse. Anders der Teamgeist. Er muss entwickelt werden. Das ist zugegebenermaßen online schwieriger als im direkten persönlichen Kontakt. Spätestens Unified Communications & Online-Collaboration stellt klassische Arbeitsprofile und -abläufe auf den Kopf. Dieses Neuland muss erobert werden – mobil versteht sich. Dann werden Kreativität und Produktivität wachsen. Oder anders gesagt; Nur wer es versteht, die Klaviatur der vielen Kanäle zu spielen und zu verinnerlichen, wird virtuos damit umgehen können. Sie muss also erarbeitet werden, die mobile Leichtigkeit des Seins. Nur mit ihr und Führungskräften, die sich dem Wandel stellen, wird das Firmengeschäft künftig noch abheben.
*Philip Vanhoutte ist EMEA Managing Director bei Plantronics








[...] Ansprache von Philip VanHoutte, Managing Director von Plantronics Europa. Die Schlagworte waren “Smartworking”, “Unified Communications” und “Co-Working”. Bei all diesen Aussagen fand ich eine sehr [...]
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